Wir sind immer auf der Suche nach den erfolgreichsten und innovativsten Trainer:innen, und einer unserer Favoriten ist Or Nessim von K9 Pack Training. Als ehemaliger Hundeführer der israelischen Armee legt Or großen Wert auf persönliche Betreuung und positive Verstärkung. Wir haben mit Or über seine Erfahrung, sein Fachwissen und alle Feinheiten rund um das Eindämmen von übermäßigem Bellen gesprochen.
Erzählen Sie uns von Ihrem Werdegang – warum und wann haben Sie angefangen, Hunde zu trainieren?
Ich habe angefangen, Hunde zu trainieren, als ich 15 Jahre alt war. Ich erinnere mich, wie ich herausfinden wollte, wie Clickertraining funktioniert und wie mir dieser Clicker tatsächlich helfen kann, bestimmte Verhaltensweisen bei meinem damaligen Hund Chuck zu trainieren und zu erreichen. Ich dachte mir: Da mein Hund meine Sprache nicht unbedingt lernen kann, müsste ich versuchen, seine zu lernen. Es dauerte nicht lange, bis ich mit ihm einige wichtige Erfolge erzielt hatte, wie Sitz, Platz, Bleib, Hier und ein paar einfache Tricks. Es fühlte sich an wie der größte Erfolg der Welt!
Als ich 18 wurde, wurde ich einer der besten K9-Einheiten der Welt zugeteilt, der ‚Oketz‘. Ich war im Kampfeinsatz und habe an vielen Spezialoperationen mit meinem Hund Riso teilgenommen, der so viele Leben gerettet hat – er ist ein echter Held! Heute trainiere ich alles, von Gehorsam und Verhaltensänderung bei Haustieren bis hin zu Hundesportaktivitäten und der Ausbildung von Assistenzhunden.
Ihrer Meinung nach: Kann man einem alten Hund noch ’neue Tricks‘ beibringen?
Auf jeden Fall. Man kann jedem Hund einen neuen Trick beibringen, wenn er sich in der richtigen, glücklichen Verfassung befindet und mit einer Belohnung ‚bezahlt‘ werden möchte, die er wirklich schätzt. Um einen ‚Trick‘ oder ein Verhalten zu erreichen, muss der Hund konzentriert und engagiert sein. Jeder Hund lernt in einem anderen Tempo – bei einem alten Hund wäre klare Kommunikation besonders wichtig.
Sollte man einem Hund das Bellen abtrainieren?
Ja, Sie sollten Ihrem Hund definitiv abgewöhnen, andere Hunde und Menschen anzubellen – es sei denn, Sie trainieren Ihren Hund gezielt für den Schutzdienst. Am besten lässt sich das frühzeitig verhindern, mit der richtigen Menge an Reizen und kontinuierlichem Vertrauensaufbau. Während Hunde körperlich wachsen, entwickeln sie sich auch mental weiter, und wenn Sie daran arbeiten, ihre Persönlichkeit und Tendenzen zu formen, haben Sie die besten Chancen, übermäßiges Bellen zu verhindern.
Wie leicht lässt sich einem Hund das Bellen abgewöhnen, und was können Halter:innen tun, um übermäßiges Bellen einzudämmen?
Am besten geben Sie dem Signal einen Namen, damit der Hund auf ein Kommando hin aufhört, wie zum Beispiel ‚Ruhig‘. Sobald er oder sie auf das Kommando reagiert, belohnen Sie ihn oder sie mit etwas, das er oder sie wertschätzt. Seien Sie in der Anfangsphase vorsichtig, denn Hunde sind Opportunisten. Wenn er zum Beispiel bellt und Sie ‚Nein‘ sagen, wird er ruhig und wird dann dafür belohnt, dass er nach dem Bellen ruhig war – das kann sich zu einem andauernden Muster entwickeln, bei dem der Hund gezielt den ‚Fehler‘ (Bellen) macht, um belohnt zu werden.
Wenn Ihr Hund bereits übermäßig auf viele Dinge bellt (oder praktisch auf alles), brauchen Sie Klarheit bei der verbalen Korrektur. Ich mag ‚Nein‘, weil es Haltern leichter über die Lippen geht. Zum Schluss würde ich empfehlen, nicht mit den größten Auslösern zu beginnen. Wenn Ihr Hund Menschen weniger anbellt als andere Hunde, üben Sie zunächst in dem Szenario, das weniger problematisch ist, damit Sie bei jeder Trainingseinheit schrittweise Erfolge sehen. Es geht um kleine Erfolge, die zu großen Errungenschaften führen.
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